Corona-Panikmache: Inzidenzwert ist nicht die „Mutter aller Zahlen“ | Kommentar Wolfram Weimer

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„Inzidenzwert ist bestenfalls eine Stieftante 3. Grades“ – Bei BILD Live kritisiert der Verleger und Publizist Wolfram Weimer die RKI-Corona-Panikmache:...
und jetzt gibt's ja die große Debatte über Inzidenzwerte. Ist das eigentlich noch der passende äh Maßstab? Und ähm da äh erinnere ich mal an das Zitat von Markus Söder, der gesagt hat, der Inzidenzwert ist die Mutter aller Zahlen. Ich glaube, wir können heute feststellen, der Inzidenzwert des bestenfalls eine Stieftante dritten Grades, weil sie keine Aussagekraft mehr hat. In dem Moment, wo wir sechzig Prozent, zwei Drittel der Deutschen bald durchgeimpft haben, wo alle wohl einen rablen alle Älteren zu sehr sehr hohen Anteilen durchgeimpft sind, ist die Zahl, wie viel Leute sich anstecken unmaßgeblich und deswegen hat die Politik im Moment eine große Debatte, die Pandemie ist an einem Scheideweg, meines Erachtens kommen wir in die Austrittsphase der Pandemie und der Politik fällt es im Moment schwer, das zu definieren und klare Vorgaben zu machen. Ja, an welchen Ländern, beziehungsweise gibt es überhaupt Länder, an denen wir uns jetzt ein Beispiel nehmen könnten aus ihrer Sicht? Ja, wir haben ja um uns herum praktisch das Gesamte experimentierfeld, manche sind streng und sehr restriktiv ähm äh zum Beispiel die Australier, andere sind sehr liberal und mutig, zum Beispiel die Engländer. Und wir können in England, in Holland und in Portugal ja sehen, die haben die Deltavariante praktisch schon durchrauschen lassen. Ähm die Engländer haben alles freigegeben, keine Masken mehr, keine Kontaktbeschränkungen mehr, die Pubs sind voll, die Stadien sind voll. Großartige Bilder, ne? Bilder, bei denen man denkt, ach einerseits ja, wir freuen uns natürlich alle, endlich, dass das schöne äh äh normale Leben, wie das andererseits natürlich auch ein riskanter Weg. Und jetzt deswegen guckt man ganz gespannt auf England, weil's ein Großfeldversuch ist. Und da gibt's gute Nachrichten, weil wir in den letzten Tagen, nachdem die vierte Welle kamen, gesehen haben, auf einmal gehen die Zahlen stark zurück. Sie gehen seit einigen Tagen stark zurück. Das Gleiche in Holland das gleiche in Portugal. Und wir haben kaum eine Hospitalisierung. Das heißt, diese vierte Welle kommt, sie kommt auch äh was immer wir für Maßnahmen ergreifen, aber sie ist ungefährlich oder sie ist relativ ungefährlich. Und das verändert natürlich die Parameter der Politik. Deswegen glaube ich und das hat ja Markus Söder auch gestern Abend sehr deutlich gesagt, Wir brauchen ein neues Kriterium, das wird wahrscheinlich bei der nächsten MPK, also Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen und dann haben wir einen Maßstab, so hoffe ich, der uns den Herbst trägt. Ja, Sie haben es gerade selber schon gesagt, die vierte Welle wird kommen. Der LKI-Chef Lotha Viella hat bereits gesagt, die vierte Welle hat begonnen, dieses äh exklusive Papier liegt uns nämlich seit gestern vor. Er hat äh der LKI-Chef hat dieses Papier gestern bei einer geheimen Schaltkonferenz Kanzleramtchef Helge Braun und den Staatskanzleichefs der Bundesländer vorgestellt. Ja, was sagen sie dazu? Sind wir schon, sind wir auch ihrer Meinung schon in der vierten Welle oder eigentlich gerade noch am Anfang? Also die Zahlen geben's natürlich her, dass wir diese vierte Welle sehen. Sie ist meines Erachtens überhaupt nicht mehr vergleichbar mit den drei ersten Wellen. Sie hat eine ganz andere Qualität, ein viel geringeres Risiko. Das Papier halte ich für problematisch, weil es im Grunde genommen ähm die Debatte, die sich gerade klärt, in die Richtung, wie wir es besprochen wieder verwirrt. Fällt im Grunde genommen zurück auf den Status von vor einem dreiviertel Jahr, zieht die Inzidenz als Alarmwert hoch und das hilft jetzt auch der Politik nicht wirklich. Ich verstehe auch gar nicht, warum ähm äh das RKI in seiner Kommunikation und seiner Positionierung so schwankend ist und unsicher, in so einer Situation wie in einer Pandemie, brauchen wir ein RKI, was klar kommuniziert, was klar führt. Ich finde bis heute übrigens auch den Internetauftritt das Dashboard und alles, was wir vom RKI sozusagen als Frontend sehen. Das ist für mich im Jahr zweitausendeins, zweitausendzwei, aber das ist nicht Jahr zweitausendeinundzwanzig. Und deswegen muss man auch diesem Institut mal sagen, jetzt bewegt ihr euch bitte auch mal in einen Professionalisierungsgrad und dazu gehört auch eine klare Kommunikation

Posted 2 months ago in Health & Medical